Deutschland: Baptisten inhaftiert

Nein, dies ist kein Witz. Ich hatte es befürchtet, und mir ist das Herz sehr schwer, weil ich heute die erste (vermutlich nicht letzte) Meldung aus Deutschland bringen muss:

Deutschland

Derzeit sitzen zwei russlanddeutsche Baptisten aus Salzkotten bei Paderborn in Haft, weil sie sich weigern, ein Bussgeld zu zahlen. Dieses war ihnen auferlegt worden, weil sie ihre Kinder nicht am Sexualkundeunterricht der Grundschule teilnehmen liessen. Nach ihrer Ansicht erzieht die Schule zu einem Sexualverhalten, das biblischen Normen widerspreche.

Nun sind sie zu 14 bzw. 40 Tagen „Erzwingungshaft“ verurteilt worden, die sie in der Haftanstalt von Hamm/Westfalen absitzen müssen. Die betreffenden Familien sind schockiert. Immerhin haben sie keinen „Hausunterricht“ gefordert oder bereits durchgeführt, der in unserem Land grundsätzlich schwierig umzusetzen wäre. Die Schulbehörde verweist jedoch auf die uneingeschränkte Schulpflicht, von der es keine selektiven Ausnahmen geben könne.

Anmerkung des Autors: Ja, ich weiss, dass wir die Trennung von Staat und Religion in unserem Lande haben und beachten. Jede Handlung von Gläubigen, besonders von Eltern in ihren Beziehungen zum staatlichen Bildungswesen, erfolgt letztlich auf der Grundlage weltlicher Gesetze. Im Spannungsfeld zwischen göttlicher und weltlicher Ordnung lebt jeder Christ aber leider potentiell „mit einem Bein im Gefängnis“, wenn er die Bibel zur absoluten Grundlage seines Lebens macht. Ich weiss auch, dass es möglicherweise übertrieben ist, im Bezug auf den o. g. Fall von „Christenverfolgung“ zu sprechen. Es mag eher eine „Diskriminierung“ von bestimmten, bibelorientierten Lebensformen sein, jedoch gilt auch hier das Prinzip: „Wehret den Anfängen“.

Staatliche Stellen in der „Berliner Republik“ sehen sich leider viel zu oft selbst in der Rolle der „Kämpfer für Fortschritt und Aufklärung“ und neigen zu einem Kirchen- und Glaubenshass, der in seiner Irrationalität die Wurzeln in der sozialistischen, materialistischen Ideologie kaum kaschieren kann und will.

Bitte fühlen Sie sich frei, diesen Beitrag zu kommentieren ! Ihre Ansichten sind uns wichtig !

BITTE BETEN SIE FÜR UNSER LAND. DAS IN DEN LETZTEN 30 JAHREN SCHLEICHEND ERRICHTETE KLIMA DER CHRISTENDISKRIMINIERUNG UNTER SOG. „ELITEN“ IN MEDIEN, WIRTSCHAFT UND POLITIK MUSS AUFGEBROCHEN WERDEN DURCH UNSER BEKENNTNIS !

(Quelle: „idea.de“ vom 25. März 2011)

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5 Gedanken zu “Deutschland: Baptisten inhaftiert

  1. Pingback: Deutschland 2011:Baptisten inhaftiert | Via Dolorosa

  2. Gefängnisaufenthalt von Herrn E. W. und seinem Bruder A. W.

    Wie am 17.03.2011 berichtet, wurden die Brüder E. W. und A. W. am 15.03.2011
    verhaftet und für 40 bzw. 14 Tage in Erzwingungshaft gebracht, die sie
    hauptsächlich in Hamm absitzen mußten.

    Über den Grund ihrer Zwangshaft hatten wir am 17.03.2011 in einer
    Serien-E-Mail folgendes geschrieben:

    „Die Inhaftierung deutscher Eltern (Salzkotten, NRW), die sich weigern, ihre
    Kinder an Schulunterrichtungen teilnehmen zu lassen, die ihre
    Glaubenserziehung unterlaufen, …“ Wir verwiesen in jener Mail auf eine
    spanische Organisation, die durch eine Petition, die von nationalen
    Organisationen verschiedener Länder gezeichnet wurde, versuchte, die
    Regierungen und Parlamente in Europa auf die Verletzung der Rechte
    christlicher Eltern in Deutschland aufmerksam zu machen. Wir schrieben
    weiter:

    „Die Petenten berufen sich auf mehrere internationale Konventionen, u. a.
    auf Art. 2 des 1. Zusatzprotokolls der Europäischen
    Menschenrechtskonvention. Dort heißt es:

    ‚Der Staat hat bei der Ausübung der von ihm auf dem Gebiet der Erziehung und
    des Unterrichts übernommenen Aufgaben das Recht der Eltern zu achten, die
    Erziehung und den Unterricht entsprechend ihren eigenen religiösen und
    weltanschaulichen Überzeugungen sicherzustellen.’

    A. und E. W. haben sich auch unter Berufung auf den hier genannten Artikel
    der Europäischen Menschenrechtskonvention geweigert, ihre Kinder an der
    staatlichen Sexualerziehung bzw. an Theaterveranstaltungen der Grundschule,
    die ihre Glaubenserziehung unterlaufen, teilnehmen zu lassen. Die 8 bzw. 10
    Kinder der Familien sind unter 13 Jahre alt; sie sind jetzt ohne ihre Väter,
    und die Mütter ohne Unterstützung ihrer Ehemänner…“ Ende des Zitats aus
    jener Mail.

    Am 21.04.2011 (Gründonnerstag) wurde Herr E. W. entlassen. Die Brüder
    erzählten mir kürzlich, wie sie ihre Inhaftierung erlebt haben.

    Am 15.03. kamen morgens um halb zehn zwei Polizisten mit ihrem Streifenwagen
    vor ihre Häuser gefahren, zeigten ihnen die Haftbefehle und nahmen beide
    Brüder mit ins Gefängnis. Sie wurden dann in Hamm in zwei verschiedenen
    Zellen untergebracht; die Gefängnisse sind so überfüllt, daß Herr E. W. in
    den ersten drei Tagen eine Zelle mit einem anderen Gefangenen teilen mußte,
    die nächsten 2 Tage mit drei anderen, die ständig rauchten und vor dem
    Fernseher saßen. Der Fernseher lief 24 Stunden lang. Das war natürlich nicht
    leicht zu ertragen. Aber Herr W. hatte sich damit einverstanden erklärt, als
    ihn die Gefängnisleitung fragte, ob er damit zufrieden sei. So hatte er die
    Möglichkeit, mit den Gefangenen ins Gespräch zu kommen über Sinn und Zweck
    des Lebens, und er konnte sie auf Jesus Christus hinweisen, der auch ihr
    Leben zum Guten verändern will, weil Er sie liebt und die Macht dazu hat.
    Danach kam er – für die restlichen Wochen – in eine Einzelzelle, die eigens
    für ihn gründlich gereinigt und neu gestrichen worden war.

    In den ersten zwei Wochen traf er sich beim täglichen Umschluß – d. h. für
    die ca. 2 Stunden, in denen man sich nach Verabredung mit anderen Gefangenen
    der gleichen Etage treffen darf – jeweils mit seinem Bruder, der seine
    14-tägige Haftzeit in einer anderen Einzelzelle absitzen mußte. Morgens
    nützten beide die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit den anderen Gefangenen
    beim Freigang, wobei sich manche Gespräche über den christlichen Glauben
    ergaben. Doch die meisten Gefangenen haben andere Interessen – nämlich
    Handel mit Drogen.

    Ein den beiden Brüdern bekannter rußlanddeutscher Prediger leitet monatlich
    einmal im Gefängnis in Hamm eine Gesprächsgruppe von russischsprachigen
    Gefangenen. Herr E. W. konnte zweimal an diesen Versammlungen teilnehmen.
    Gern kam er der Aufforderung nach, über seinen Glauben in Russisch zu
    sprechen. Es hatte sich zuvor schon unter den Häftlingen herumgesprochen,
    daß wieder mal ein gläubiger Rußlanddeutscher unter ihnen sei, der wegen
    seiner Kinder inhaftiert sei.

    Jeden Sonntagnachmittag hielten seine Glaubensgeschwister draußen vor dem
    Gefängniseingang einen Gottesdienst ab, um Herrn W. zu ermutigen. Davon
    konnte er leider jeweils nur das Blasorchester hören, weil die Zellen nach
    innen, zum Gefängnishof hin, gebaut sind.

    Die Wachhabenden waren die ganze Zeit über meist freundlich. Im Allgemeinen
    zeigt sich kaum jemand von ihnen den Gläubigen gegenüber abgeneigt. Sie
    finden es auch selber „komisch“, daß heutzutage Menschen ins Gefängnis
    gesperrt werden, weil sie ihre Kinder vor Unterrichtungen schützen wollen,
    die den Eltern als schädlich erscheinen. Bei einem Gespräch sagte einer der
    Bediensteten: „Das kann doch nicht wahr sein, daß Sexualkunde schon im 3.
    und 4. Schuljahr beginnt!?“ Eine andere Aufsichtsperson entgegnete: „Doch!
    Sicher ist das so! Meine Frau kam gestern von einem Elternabend nach Hause
    und berichtete von demselben Problem; sie sagte auch, das sei zu früh, aber
    man könne eben nichts machen.“ Herr W. kommentierte mir gegenüber: „Die
    Gesellschaft ist so geprägt und erzogen, daß die Eltern das alles einfach so
    hinnehmen.“

    Herr A. W. berichtete, wie es ihm ergangen war, als er von seinem Bruder
    getrennt und in eine Einzelzelle gesperrt wurde. Zuerst fühlte er sich
    einsam und niedergeschlagen; doch dann dachte er an die Aufforderung Jesu im
    Markus-Evangelium (Kapitel 6,31) an Seine Jünger: „Kommt ihr allein abseits
    an einen einsamen Ort und ruht ein wenig!“ Denn Jesus und Seine Jünger waren
    ständig von Menschen umgeben, die bei ihnen Hilfe in ihren Nöten suchten, so
    daß sie noch nicht einmal mehr Zeit hatten zu essen. Herr W. war getröstet
    und wußte: Jetzt war für ihn etwas Ruhezeit dran. Doch im Markus-Evangelium
    wird weiter berichtet, dass die Menschen bald herausgefunden hatten, wohin
    die Jünger mit dem Boot fuhren, waren ihnen zu Fuß zuvorgekommen und standen
    schon am Ufer, als sie ankamen. Als Jesus dort die Menschenmassen stehen
    sah, hatte Er großes Erbarmen mit ihnen, weil Er sah, daß sie wie verirrte
    Schafe ohne einen Hirten waren. Herr A. W. schaute, in diese Gedanken
    vertieft, zum Fenster heraus und sah, daß gerade die Gefangenen, die von
    ihrer Arbeit zurückkamen, draußen im Hof herumliefen; ihren Gesichtern sah
    man deutlich an, daß sie wie verlorene, verirrte Schafe sind, die so nötig
    den Guten Hirten brauchen. Darum nutzte er jede Gelegenheit, die
    Mithäftlinge auf den Guten Hirten aufmerksam zu machen. Er hatte auch ein
    Gespräch mit einer Aufseherin, die in seiner Zelle sein Familienfoto mit den
    10 Kindern gesehen hatte, über das sie sehr erstaunt war und dann sagte:
    „Eigentlich passen Sie überhaupt nicht hierher; Sie sind ganz anders als die
    anderen Gefangenen.“ Er erklärte ihr daraufhin, warum er inhaftiert sei, und
    bemerkte dazu: „Gott verfolgt ein bestimmtes Ziel damit, daß Er uns hierher
    geführt hat. Hier sind so viele Menschen, auch Rußlanddeutsche, die ein
    Licht brauchen in ihrer Finsternis, einen Anstoß zum Nachdenken darüber, daß
    es auch ein anderes Leben gibt. Manche von ihnen haben vielleicht gläubige
    Eltern oder eine betende Großmutter, und durch die Begegnung mit uns werden
    sie wieder daran erinnert…“ Die Aufseherin antwortete: „Es ist gut, wenn man
    in allen Lagen noch etwas Positives sehen kann.“

    Zur Entlassung von Herrn E. W. waren ca. 100 Gläubige mit Streichorchester
    und elektrischem Klavier gekommen, um ihre Freude zum Ausdruck zu bringen,
    dass er nun wieder unter ihnen ist und durch die Absitzung der
    Erzwingungshaft bezeugt hat, dass es ihm wichtiger ist, Gott gehorsam zu
    sein als Menschen, die ihn zwingen wollten, seine Kinder an schulischen
    Unterrichtungen teilnehmen zu lassen, die gegen Gottes Wort ausgerichtet
    sind.

    Herr E. W. meinte: Gefängnis ist Gefängnis; dennoch könne er sagen, daß es
    keine verlorene Zeit gewesen sei. „Ich habe in diesen Wochen die Bibel mal
    wieder komplett durchgelesen, weil ich alle Bibelstellen suchte, die über
    zwei bestimmte Themen belehren, nämlich über die Anthropologie (die Lehre
    vom Menschen) und die Soteriologie (die Lehre vom vollendeten Heil). Ich bin
    in der Gemeinde als Lehrer eingesetzt und will Bibelkurse über diese
    Themenkreise halten, die als Grundlage für Predigten äußerst wichtig sind. –
    Es gibt gewisse Dinge, die wir als Christen einfach so hinnehmen, ohne zu
    wissen, was Gottes Wort dazu sagt. Wenn man viel mit Menschen und ihren
    Problemen zu tun hat, muß man auf dem Boden des Wortes Gottes gegründet
    sein. Man muß an Hand der Bibel nachweisen können, wie man das Heil erwirbt
    und Heilsgewißheit bekommt, und wo beim Fehlen derselben die Hindernisse
    liegen.“

    Er berichtete weiter, daß er in diesen Wochen ca. 200 Postsendungen bekommen
    habe. „In manchen Umschlägen steckten mehrere Briefe. An manchen Tagen
    erhielt ich so viele Briefe, daß ich etwa zwei Stunden lang am Lesen war.
    Manche hatten mir auch Schriften zur Überprüfung ihres geistlichen Gehaltes
    geschickt. So hatte ich auch Arbeit, die ich gerne erledigte. Es kam aber
    nicht nur Post zu mir ins Gefängnis, sondern ich schrieb auch manche Briefe
    aus meiner Zelle hinaus in die Freiheit, insbesondere aber zu meinen Kindern
    und meiner tapferen Frau. So war die lange Zeit in der Einzelzelle gut
    ausgefüllt.“

    Auf die Frage hin, wie sein Chef in seiner Firma mit dem Problem seiner
    erzwungenen, langen Abwesenheit zurechtgekommen sei, antwortete er: „Er kam
    ziemlich in Schwierigkeiten; der größte Teil der für jene Zeit vorgesehenen
    Arbeit blieb liegen. Er versuchte sechs Wochen lang jemanden zu finden, der
    an meiner Stelle einspringen könnte, aber ohne Erfolg.“

    Über all diese Geschehnisse konnte Herr E. W. sagen: „Gott legt uns eine
    Last auf, aber Er hilft uns auch – wie es in Psalm 68,20 heißt.“

    Mit freundlichen Grüßen

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